Digitale Funken bei 14-18

Mechelen, 19. August 2014 – Die Benelux-Länder machen in diesem Jahr mit eindrucksvollen Eigenproduktionen von sich reden. In den Niederlanden zieht das Musical „Soldaat van Oranje“ in einem ehemaligen Flugzeughangar die Zuschauer in seinen Bann, in Belgien läuft das seit Wochen ausverkaufte „14-18“ an einem ähnlich imposanten Schauplatz. In „De Nekkerhal“ in Mechelen erlebt das Publikum mit einer unglaublichen Intensität und Direktheit die bittere Realität der Flandernschlachten im Ersten Weltkrieg mit.

Hinter der Musical-Produktion stehen das Entertainment-Unternehmen Studio 100, Frank Van Laecke, Dirk Brossé und Allard Blom. Sie zeichnen in „14-18“ die Schicksale von drei jungen Soldaten nach, die in die blutigen und zermürbenden Stellungskriege des Ersten Weltkrieges verwickelt werden.

Der imposante Spielort – eine 300 m lange und 60 m breite Halle – wird flankiert von herausragender Bühnentechnik, von der beweglichen Bühne über die sich ebenfalls bewegenden Zuschauertribünen bis hin zur Audiotechnik, bei der das Funkmikrofonsystem Digital 9000 von Sennheiser eine wichtige Rolle spielt.

Das Audiosystem für die Aufführungen

Das Audiosystem wurde von Mark Luyckx und Guido Olischlager konzipiert, der auch Front-of-House- und Monitor-Engineer für das Musical ist. Ihr System sorgt für eine homogene Beschallung des Zuschauerbereiches, der 1.900 Gästen Platz bietet. Die Zuschauer sitzen auf einer großen Tribüne, die sich während der Aufführung nach vorn und hinten bewegt und so das Bühnengeschehen bis in die Zuschauerreihen fortsetzt.

Da die Handlung komplex ist und zwischen verschiedenen Zeitebenen springt, ist absolute Klarheit für die Audioübertragung wichtig. Das macht Olischlagers Entscheidung für das Mikrofonsystem Digital 9000 und den von Sennheiser Benelux maßgeschneiderten Antennenweichen zu einem wesentlichen Teil des Erfolgsrezepts der Produktion. „Ich war beim Launch der 9000er Serie Ende 2012 dabei und war sehr beeindruckt davon, dass das System die Audiosignale in keiner Weise komprimiert“, sagt er. „Bei der Produktion von „14-18“ war es uns wichtig, die Signalkette so sauber wie möglich zu halten, ohne dass A/D- und D/A-Wandlungen die Audioqualität beeinträchtigen. Im Grunde ist alles digital, von den Sennheiser-Gesangsmikrofonen bis hin zu den Verstärkern.“

Bei einer Produktion dieser Größe – mit actionreicher Handlung, umherrennenden Schauspielern, vielen sich bewegenden Objekten, dem komplexen, fahrbaren Bühnenbild, den beweglichen Zuschauertribünen und sogar einem Pferd auf der Bühne – bestand durchaus die Gefahr, dass die 32 Mikrofone des Musicals unerwünschte Geräusche einfangen können. Olischlager erläutert: „Wenn ein Mikrofonsystem das Nutzsignal komprimiert, dann werden auch alle Geräusche, die das Mikrofon mit aufnimmt, komprimiert und können dann genauso laut über den Mikrofonkanal kommen wie die Stimme, die man verstärken will. Da Digital 9000 nicht komprimiert, ist die Trennung zwischen Nutzsignal und unerwünschten Signalen hervorragend.“

Olischlager fährt fort: „Das System ist sehr gut. Ich habe ein paar Musicals mit Mikrofonen anderer Hersteller gemacht und wir hatten immer HF-Probleme. Aber dieses System ist hervorragend. Wir haben zehn Aufführungen pro Woche und hatten bisher weder Dropouts noch HF-Probleme, weder kaputte Beltpacks noch kaputte Mikros. Nichts von alledem. Und die Unterstützung von Sennheiser Benelux ist unbezahlbar.“

Um den großen Bühnenbereich mit Wireless abzudecken, hat das technische Team von Sennheiser Benelux ein spezielles Antennensystem entwickelt. „Insgesamt verwenden wir zwei Richt- und sechs Rundstrahlantennen, die mit maßgeschneiderten Antennenweichen kombiniert wurden. Damit gehen wir auf Nummer sicher“, sagt Christophe van den Berghe, Sales & Marketing Director bei Sennheiser Benelux. „Dieses Extra an Zuverlässigkeit war nötig, um für alle möglichen Bühnenanordnungen vorbereitet zu sein. Innerhalb des extrem großen Bühnenbereichs verhalten sich die beweglichen Elemente der Bühne wie Reflektoren aus massivem Metall. Da in Mechelen das HF-Spektrum auch ohne die Produktionsfrequenzen bereits ziemlich belegt ist, haben wir das System für ein breites Spektrum konfiguriert, sodass wir bei Bedarf auf andere Frequenzen wechseln können. Das geht bequem über den Wireless Systems Manager.“

Inszenierung mit hochwertigem Studio-Sound

Ursprünglich war beabsichtigt, das Orchester bei den Aufführungen live spielen zu lassen, aber der geplante Orchestergraben fiel schließlich der beweglichen Bühne mit ihrer Vielzahl an fahrbaren Elementen zum Opfer. Deshalb wurden die namhaften Galaxy Studios in Belgien mit dem Pre-Recording des Orchesters und auch des Chors beauftragt. Das 70-köpfige Königlich-Flämische Philharmonieorchester „deFilharmonie“ wurde von Dirk Brossé selbst dirigiert. Patrick Lemmens, Tonmeister und Hauptaufnahmeleiter bei den Galaxy Studios, nutzte diese Gelegenheit, um A/B-Tests mit einem komplett analogen System aus ihren eigenen Mikrofonbeständen und einem rein digitalen Mikrofonsystem von Sennheiser Benelux durchzuführen.

Als Hauptmikrofone kam ein Decca-Tree mit drei M 150 von Neumann (analog) und drei Neumann D-01 (digital) zum Einsatz. Die Surround- und Höheninformationen wurden über Neumann KM 133 D und KM 183 D hinzugefügt. An Stützmikrofonen waren verschiedene Modelle im Einsatz; auf der digitalen Seite wurden KM 133 D für Geigen, Bratschen und Celli sowie KM 184 D für das Klavier, die Pauke, als Overheads für die Holzblasinstrumente und für die Blechbläser (Hörner, Trompeten, Posaunen und Tuba) verwendet. Sennheiser MKH 8040 wurden als Stützmikrofone für Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott eingesetzt.

Der Chor wurde in einem separaten Raum mit den Neumann-Mikrofonen KM 133 D und KM 184 D aufgenommen und bekam das Orchester über Kopfhörer HD6 MIX von Sennheiser eingespielt.

Patrick Lemmens: „Nachdem ich das Sinfonieorchester und den Chor für den Soundtrack von „14-18“ mit mehr als 140 analogen und digitalen Mikrofonen gleichzeitig aufgenommen hatte, war ich wirklich sehr gespannt, ob sich die digitalen Mikrofone gegen den warmen Klang der analogen Mikros behaupten konnten. Digitale Mikrofone haben ja den Vorteil, dass sie sehr flexibel einsetzbar und rauscharm sind. Das ist in Live-Situationen entscheidend, spielt für Studioaufnahmen aber eine nicht ganz so gewichtige Rolle. Was hier zählt, ist die Soundqualität, und daher war ich von dem klanglichen Ergebnis des Mixes mit den 71 digitalen Mikrofonen wirklich überwältigt!“

Quelle: Sennheiser