Die Welt ist keine Scheibe (mehr)

Ein Thema das die Lager spaltet ist sicher, ob eine CD heutzutage noch zeitgemäß ist. Letztendlich gibt es hier kein richtig oder falsch. Ich werde lediglich ein paar Punkte ansprechen, die es zu überlegen gilt.

Wenn man nach den typischen Plänen von Musikern fragt, wird die Antwort mit 98 % Sicherheit so oder so ähnlich lauten: „Wir haben vor ins Studio zu gehen, wollen eine CD erstellen und viel live spielen!“ So weit so gut; an dem Plan ist nicht so viel auszusetzen. Wobei? Machen wir mal eine Bestandsaufnahme und beschäftigen uns heute mit der CD.

In Zeiten von Plattformen wie iTunes und Amazon, MP3-Player und Streaming-Angeboten wie Spotify sollte man evtl. doch etwas zeitgemäßer denken. Insbesondere stelle ich mir seit geraumer Zeit die Frage, wie notwendig heutzutage noch eine CD ist? Im Vergleich zu MP3-Files ist das Medium Compact Disc sicherlich klanglich besser, jedoch geht der Trend – ob das nun gut ist oder nicht – immer mehr in Richtung Tablet, Smartphone, MP3-Player und all deren Unterarten. Selbst Laptops haben heutzutage nicht mehr immer CD-/DVD-Laufwerke integriert.

Platz sparen mit einer MP3

Und eine MP3 – oder vergleichbares Format – ist nunmal um ein vieles kleiner als eine Wavedatei mit 16 Bit (wie sie bei einer Audio-CD vorkommt). Dies passt einfach zum aktuellen Trend, alles immer und überall dabeizuhaben. Ob man das nun braucht oder nicht. Im direkten Vergleich zum CD-Audioformat bleibt bei der MP3 als Negativpunkt somit eigentlich hauptsächlich die verminderte Klangqualität. Je nach Kompressionsrate ist dies aber meines Erachtens zu vernachlässigen. 256 MBit je Sekunde bei einer Stereodatei sind hierbei ein sehr guter Ausgangspunkt.

Im direkten Vergleich zur Wavedatei sind die Bässe evtl. eine Nuance weniger knackig und die Höhen minimal weniger transparent und impulsiv. Wobei ich zugeben muss, dass ich das bei dieser Kompressionsrate schon nicht mehr höre. Ob das an meinem schlechten Gehör liegt oder tatsächlich nur Bereiche abgeschnitten werden, die im nicht hörbaren Bereich stattfinden überlasse ich hier dem Leser 😉

iPod Shuffle: direkt zum Angebot

Nicht falsch verstehen: eine CD ist eine tolle Sache, die – insofern professionell erstellt – aber auch sehr kostspielig ist. Häufig haben Bands und Musiker nur wenig finanzielle Mittel zur Verfügung und sollten daher genau überlegen, für was sie ihr Geld letztendlich ausgeben. Auch ist das Artwork wie Cover und/oder Booklet bei einer CD schöner als einfach nur eine Grafik im Medienplayer. Aber im Vergleich zur LP ist auch das kleine CD-Booklet-Format wieder schäbiger. Wie man sieht, kann man in jeder Suppe ein Haar finden, wenn man nur will.

Bemusterung mit CD oder doch lieber MP3?

Jetzt mag sich der eine oder andere denken: „Aber zur Bemusterung für Labels, Presse, Rundfunk, etc. brauche ich doch etwas in der Hand.“ Meiner Meinung nach nicht unbedingt. Denn fast inflationär werden CDs in die Redaktion gesendet, damit etwas darüber geschrieben wird. Aber einige Labels versenden auch Links um das Album downzuloaden oder per Stream zu hören. Ich weiß jetzt nicht, wie das meine Kollegen aus den anderen Redaktionen sehen, aber ich finde eine Datei zum Downloaden oder Streamen um einiges zeitgemäßer und auch praktikabler. Wer jetzt noch ansprechendes Bildmaterial liefert und ein interessantes Anschreiben mit allen nötigen Infos liefert, dürfte definitiv nicht unangenehm auffallen. Ich würde sogar soweit gehen, dass eine kreative und zielführende Bemusterung keine bestimmte Form haben muss, sondern im besonderen Maße auffallen muss — doch das steht auf einem anderen Blatt.

Das Folgende gilt in erster Linie für Technik-affine und Jugendliche: Zum Abschluss möchte ich einfach nochmals festhalten, dass ich eine CD eher als ein zusätzliches Kann sehe, als ein Muss. Zumindest sehe ich in den Bussen und Straßenbahnen kaum noch Disc- und Walkman, sondern überwiegend Smartphone und iPod & Co. Wer jedoch für eine traditionellere und konservative Zielgruppe Songs veröffentlicht, sollte nach wie vor zu CD oder gar Vinyl greifen. Ansonsten tendiere ich dazu, ein Videoclip für YouTube und Co zu erstellen. Hier lässt sich — vorausgesetzt die Produktion ist stimmig — erstaunlich schnell ein großer Fankreis erschließen. Doch dazu wird es einen neuen Beitrag geben. Schaut also bald wieder vorbei.

Chefredakteur von www.onaxis.de und Social Media Experte sowie Social Media Content Creator u. a. für www.videeo.eu.