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Tutorial: Stimmhygiene – Vocal Trouble vermeiden

Vocal Tips – Teil 5

Songs die einem Sänger zu viel Kraft rauben, weil sie zu hoch sind und daher mit Verspannung und falscher Technik gesungen werden können gefährlich werden. Denke immer daran: deine Stimme ist dein Kapital! Leider kann man hier einige Fehler machen, denn falscher Ehrgeiz ist gefährlich. Ermüdungserscheinungen im Hals und seiner Muskulatur sollten ernst genommen werden. Denn zu viel Singen und zu wenig Schlaf kann trotz guter Gesangstechnik zu Stimmproblemen führen. Die Stimmhygiene sollte für dich daher eine wichtige Rolle spielen, denn du möchtest ja viele Gigs oder Studiotage ohne Heiserkeit bestreiten und mit deiner Stimme brillieren.

Vocal Tips 5 – Stimmhygiene und kein Vocal Trouble

Lang soll sie dir erhalten bleiben: Ich spreche von deiner Stimme. Und daher ist Disziplin das höchste Gebot für dich als Sänger. Daher werden dir vermutlich einige der Ratschläge und Tipps, die ich heute anspreche, weniger schmecken.

Wenn dir deine Stimme wichtig ist und du viele Jahre singen willst, also viele Konzerte, Tourneen oder Studiotage  bestreiten willst, dann beachte bitte das Folgende:

  • Dass Zigaretten (auch E-Zigaretten) sowie Alkohol schädlich für dich und deine Stimme sind, braucht man heutzutage kaum noch erwähnen. Aber dennoch gehören sie in meine Liste wenn es um schädliche Faktoren für die Stimme geht.
  • Da Klimaanlagen die Feuchtigkeit aus der Luft ziehen und (bei falscher Wartung) wahre Bakterienschleudern werden können, solltest du als Sänger diese immer ausstellen. Zudem ist die kalte Luft auch nicht ideal für deine Atemwege.
  • Ausreichend Schlaf ist für den gesamten Organismus äußerst wichtig. Daher: Nicht die Nächte um die Ohren hauen.

 

Ja ich weiß, ich kling wie deine Mutter ;-)

 

Wunder gibt es nicht immer

Wie oft höre ich von Sängern „Ich hatte Halsschmerzen und konnte nicht singen, da hab ich Pastillen gelutscht, die eine leicht betäubende Wirkung haben und den Job gemacht.“

Hallo?!? Wenn du heiser bist, wird nicht gesungen! Bei Heiserkeit, die länger als drei Tage anhält ist es ratsam den HNO aufzusuchen. Du kannst sicher „sanfte“ Bonbons lutschen (z. B. Emser-Salz-Pastillen, Isla-Moos, Salbeibonbons, Gelo Revoice) um den Genesungsprozess zu unterstützen. Mit sanften Bombons meine ich übrigens welche, die keinen kalten Atem erzeugen.

Und wenn wir schon dabei sind: Einige Stimmschädigende Unarten wurden uns mehr oder weniger anerzogen. Daher hier eine kleine Liste der Dinge, die deine Stimme beeinträchtigen können:

  • Was ich auch immer wieder sehe und äußerst schädlich ist: Flüstern bei Heiserkeit. Wenn du flüsterst wird deine Stimme nicht geschont, sondern belastet die Kehlkopfmuskulatur erheblich. Eigentlich solltest du bei Heiserkeit eher ein Teilzeit-Schweigegelübde ablegen; und wenn du doch mal was sagen musst, sprich mit leiser aber fester Stimme.
  • Viel natürliches Mineralwasser ohne Kohlensäure hilft bei der Genesung auch. Und nicht zu kalt trinken.
  • Räuspern gehört auch zu den stimmschädigenden Faktoren. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, versuche eher kurz zu husten oder auf einem gesprochenem „Mh“ und  gleichzeitigem Abklopfen der Brust den Schleim zu lösen.
  • Zu scharfes Essen, sehr heiße uns sehr kalte Speisen und Getränke gehören ganz allgemein vor dem Singen auf die Tabu-Liste.
  • Achte auf deine Haltung, denn wenn du und dein Körper verspannt sind, lässt das deine Stimme nicht so fließen, wie sie es sollte. Daher: Aufrechte Haltung und Schultern lockern! Der Verlauf der Wirbelsäule vom Nacken bis herunter zum Steiß hat Einfluss auf deine Atmung und Stimmerzeugung.
  • Wende deine erlernte Atmung beim Singen an. Dabei auch auf die Atemstütze und Artikulation achten.
  • Gestik und Mimik entlasten den Kehlkopf und bringen die Stimme nach vorne.
  • Gönne Dir nach jeder Stimmbelastung immer eine Stimmerholung.
  • Vermeide das Einziehen von Luft beim Sprechen.
  • Nutze Sprechpausen – und rede nicht ohne Punkt und Komma.
  • Lass Dich nicht zum Schreien verleiten, wenn es draußen oder in deiner Umgebung laut ist.
  • Spreche und singe nicht zu hoch oder zu tief, sondern in deiner Wohlfühllage. Durch entsprechendes Stimmtraining und der richtigen Technik lässt sich deine Range und somit auch deine Wohlfühllage jedoch erweitern ☺

 

 

Im Proberaum

Vermeide lang anhaltendes lautes und angestrengtes Sprechen. Kennen wir es nicht alle, dass man Repertoire, Songablauf oder Termine bespricht, während der Gitarrist gerade eben noch ein Lick oder sonstiges Solo mit aufgedrehtem Amp übt. Und wenn wir schon dabei sind: Versuche nicht das Letzte aus der Beschallungsanlage herauszukitzeln. Übe mit so moderater Lautstärke wie möglich.

Denke daran, dass ein Sänger sein „Instrument“ bei einem Defekt nicht so schnell wieder repariert bekommt wie z. B. der Drummer oder Gitarrist die Blasen an den Händen. Auch wenn es nicht angenehm ist, mit Schwielen lässt es sich Gitarren spielen. Wenn die Stimmbänder aufgrund Überlastung anschwellen, haben sie eine andere Masse und schwingen schon nicht mehr so wie sie sollten und das ist noch das kleinste Übel; ätzend sind dann die berühmten Knötchen oder Ödeme.

Daher wichtig: Achte darauf, dass die Mikros nicht koppeln und der Sänger im Gesamtklang auch durchsetzungsfähig ist. Ein Indiz für zu viel Lautstärke ist u. a., wenn er während des Singens in die schreiende Halsfraktion wechselt.

Und hier der Profitipp für die ganze Band: Spielt eure Songs in einer für den Sänger bequemen Tonart. Transponiert den Song! Das machen die Stars auch. Denn ein guter Sänger ist nicht, der die höchsten Töne erreicht ;-) Jeder Sänger im Profilager singt den Song in seiner Wohlfühllage – also in der Lage in der er am Besten klingt.

Fotocredit: Philipp Wiebe / pixelio.de

 

Letzte Änderung am Montag, 14 September 2015 17:16
Angie Damschen

Autorin On Axis

Unsere Kompetenz in Sachen Gesang und Stimme. Angie ist professionelle Sängerin für Studio und Live. Sie arbeitete u. a. mit der bekannten Größe La Toya Jackson oder coachte Breathe Atlantis sowie Flash Forward und leitet die Gesangsschule VCN – Vocal Coach Niederrhein.

Webseite: www.vocalcoach-niederrhein.de

2 Kommentare

  • Kommentar-Link Marco Freitag, 22 Januar 2016 21:29 gepostet von Marco

    Kann mich da nur dem Tobi anschließen, genialer Beitrag.
    Mal lernt halt nie aus :-)
    Vielen dank euer
    Marco

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  • Kommentar-Link Tobi Donnerstag, 14 Januar 2016 23:13 gepostet von Tobi

    Super Beitrag hat mir sehr viele Informationen gebracht. Danke :D

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