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Marketplace: DPA d:facto im Test (mit Video & Klangtest)

Puzzle für Sänger

Mit dem d:facto von DPA erhalten Sänger ein hochprofessionelles Kleinmembran-Kondensatormikrofon für die Bühne und Studio. Wir verraten was das modulare Mikrofonsystem kann und zeigen wie es klingt ...

DPA d:facto: Bühnenmikrofon für Sänger

Der in Dänemark ansässige Mikrofonhersteller DPA ist für seine hochwertigen Mikrofone bekannt – die unter anderem gerne bei professionellen Theaterproduktionen zum Einsatz kommen. Seit einiger Zeit bietet DPA mit dem d:facto ein modulares Handheld-Mikrofonsystem für die Stimme.

Man könnte es sich nun einfach machen und von einem Mikrofonsystem für Sänger sprechen; doch dem wird das d:facto-System nicht gerecht, da es verschiedene Kapseln für verschiedene Anwendungen gibt. Neben der Anwendung Gesang gibt es nämlich auch eine Version speziell für (Outdoor-)Interviews.

 

Flexibel & modular

Uns wurde zum Test ein d:facto II zugesendet. Eigentlich gibt es das 2er-Modell so nicht mehr, da es jetzt wie schon zum Release des Systems wieder schlicht und einfach d:facto heißt. Bestückt ist das drahtgebundene Handheld-Mikrofon mit der MMC4018V-Supernieren-Kapsel. Die Interview-Variante gibt es übrigens mit einer besonders Windgeräusch-resistenten Kugel-Kapsel. Für Sänger gibt es noch optional die MMC-4018VL-Kapsel – die ebenfalls als Superniere fungiert. Aber auch andere Kapseln aus dem Hause DPA lassen sich an den Aufsatz schrauben

Wie schon geschrieben handelt es sich hier um ein System: Das System beinhaltet jetzt nicht nur kabelgebundene Modelle, sondern bietet auch Aufschraubadapter für Funksysteme der gängigen Funksystemhersteller – wie zum Beispiel Sennheiser 2000, 5200, 9000, Evolution Wireless aber auch Shure, Sony, Lectronics, Line6 und Wisycom.

 

Optische Reize

Kommen wir zunächst zu den optischen Merkmalen des Mikrofons und der Ausstattung: Gut geschützt wird das Mikrofon im formfesten Case aufbewahrt. Mit im Köfferchen ist noch eine Kunststoff-Stativklemme, die einen recht robusten Eindruck hinterlässt sowie ein weiteres Softcase im Beuteldesign. Wichtig auch für die Positionierung am Stativ ist, dass sich die Stativklemme recht schwergängig neigen lässt – damit ist sicher gestellt, dass das Mikro genau an der Position bleibt, wie man es sich eingestellt hat. Die Klemme ist auch elastisch genug, dass sich das Mikro mit etwas Druck aufstecken lässt und (nahezu) egal wo am Schaft es angebracht ist, sicher in jeder Position hält.

Die Supernierencharakteristik des DPA d:facto ist über einen breiten Frequenzgang stabil
Die Supernierencharakteristik des DPA d:facto ist über einen breiten Frequenzgang stabil

Nahezu fließend ist der Übergang vom Kopf zum Schaft, was dem d:facto ein edles und stylisches Äußeres verleiht. Dieser fließende Übergang birgt aber eine Gefahr für Sänger die das Mikro während einer Show auch gerne mal in die Hand nehmen: Die Hand könnte im Eifer des Gefechts in Richtung Korb rutschen und die Richtcharakteristik und den Klang negativ beeinflussen. Aber das Zauberwörtchen hier heißt: Könnte!

Denn die Designer des d:facto haben sich schon was dabei gedacht – nahezu unsichtbar – eine kleine geschwungene Stufe bzw. einen kleinen Bauch einzuarbeiten. Dieser verhindert sehr effektiv das unbeabsichtigte Verrutschen der Hand. Ansonsten liegt das d:facto sehr angenehm in der Hand und hat einen meines Erachtens sehr gut austarierten Mittelpunkt bezüglich des Gewichts.

 

Hygiene

Insbesondere wo Stimmen nah am Mikrofon sind, spielt der Faktor Hygiene eine große Rolle: Denn mit Speichel und teils auch Essensreste werden beim Singen gerne Keime und Bakterien auf den Korb übertragen. Wer hier nicht regelmäßig den Korb samt Innenleben reinigt züchtet sich ein bakterienversäuchtes und keimbelastetes Paradies, das mit der Zeit eklig aussieht und auch eklig riecht.

Daher bieten professionelle Mikros alle die Möglichkeit den Korbaufbau zu reinigen ohne die Kapsel zu beschädigen. Im Falle des d:facto gibt es nach Abschrauben des Korbs eine stabile Metallgaze im Inneren und ein herausnehmbares Schaumstofflies direkt am Korb. Das Flies liegt so eng an, dass das herausnehmen etwas fummelig ist.

 

Technische Merkmale

Kommen wir nun zu den technischen Merkmalen: Die aufgeschraubte MMC4018V-Kapsel ist eine Kleinmembran-Kondensatorkapsel die eine externe Stromversorgung in Form von Phantompower aus dem Pult oder dem Preamp benötigt. Die Richtcharakteristik Superniere gibt unter anderem Aufschluss darüber, wo das Mikrofon gegenüber Schall am unempfindlichsten ist: in diesem Fall schräg vor dem Sänger bzw. hinter dem Korb. Wer also mit Wedges auf der Bühne arbeitet sollte diese in V-Form vor dem Sänger positionieren um die Beste Störschalldämmung zu erzielen.

Die Supernierenkapsel MMC4018V ist an Gesangssignale angepasst. Daraus resultiert der nicht ganz lineare Frequenzgang – der unterhalb von 100 Hz und oberhalb von 20 kHz abfällt. Für eine bessere Sprachverständlichkeit gibt es noch eine breitbandige Anhebung um 12 kHz.

Doch was letztendlich zählt ist was im praktischen Einsatz auf der Bühne passiert. Und hier darf man bei einem Preis von rund 1.000 Euro (UVP) eine ganze Menge erwarten. DPA erschließt mit dem d:facto-System nämlich das finanzielle oberste Ende der Fahnenstange was es Bühnengesangsmikrofone angeht. Denn Neumann, Shure, Audix und Sennheiser im Gegenzug liegen mit ihren teuersten Modellen noch mindestens 200 bis 300 Euro unter dem DPA-Mikrofonsystem.

 

Klangtest

Und im Klangtest zeigt sich das d:facto vorzüglich wie du auch im unten verlinkten YouTube-Clip hören kannst. Die Stimme wird charakterstark und warm mit jeder Nuance wiedergegeben und bietet Studiosound vom Feinsten. Auch mit Störschall außerhalb der Hauptachse kommt das Kondensatormikrofon sehr gut klar. Die Supernierencharakteristik hält sich über einen breiten Frequenzgang und sorgt somit dafür, dass Rückkopplungen nur sehr spät bei hohen Lautstärken auftreten.

Ein weiteres wichtiges Merkmal für ein Bühnenmikrofon ist, wie es mit Gripgeräuschen umgeht: Auch hier gibt es nichts zu beanstanden. Egal ob das Mikrofon auf die Klemme gesteckt wird oder ob grob umgegriffen wird. Die Geräusche halten sich äußerst moderat im Hintergrund.

Speziell Kleinmembrankapseln haben den Ruf weg, anfällig für Poppgeräusche zu sein. Und auch hier zeigt das d:facto keinerlei Schwächen. Der Korbaufbau mit der Metallgaze und dem Schaumstoffflies unterbinden Windverwirbelungen an der Kapsel erfolgreich. So kommt von der Stimme tatsächlich nur das Beste im Mikrofon an.

 

 

Verfügbar ab: sofort

Vertrieb: Mega Audio Gesellschaft für professionelle Audiotechnik mbH

 

Technische Daten

  • Wandlerprinzip: Kondensator
  • Arbeitsprinzip: Druckgradientenempfänger
  • Richtcharakteristik: Superniere
  • Frequenzgang: 20 Hz–20 kHz
  • Equivalnter Rauschpegel: 19 dB(A)
  • S/N Ratio: 75 dB(A)
  • Dynamikumfang: 120 dB
  • Max. SPL, Peak vor Clipping: 160 dB
  • Spannungsversorgung: 48V Phantomspeisung (± 4 V)
  • Farbe: Matt Schwarz
  • Kapsel-Durchmesser: 19 mm
  • Abmessungen: 205 mm (L) x 52 mm (D) (mit DPA-Griff)
  • Gewicht: 309 g (mit DPA-Griff)

 

Herstellerinfo

Die dänische Mikrofonmanufaktur DPA Microphones wurde 1992 gegründet und baut seither Mikrofone, die in Sachen Linearität, Verarbeitung, Modularität und Headroom das Maß der Dinge sind.

In der Anfangszeit machte sich das Unternehmen einen Namen mit den Kleinmembran-Mikrofonen der 4000er Serie von Bruel&Kjaer. Nach der Jahrtausendwende waren es dann schließlich die Miniatur- und Kopfbügelmikrofone, die der Marke zu mehr Aufmerksamkeit verhalfen und DPA zu dem angesehenen Hersteller machten, der DPA heute ist. Kaum eine Fernsehsendung oder Theaterbühne in Deutschland kommt mittlerweile ohne die edlen, handgefertigten Schallwandler aus Dänemark aus.

Im Laufe der Zeit wurde das Sortiment stetig um edle und vielseitig einsetzbare Instrumenten- und Handheld-Kondensatormikrofone sowie um Erweiterungen der Miniaturmikrofon-Linie ergänzt.

 

Letzte Änderung am Dienstag, 20 September 2016 05:54

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